Bereicherung durch Hingabe

flowers-871514_1920Wenn wir durch die Welt laufen, mit dem Fokus darauf, was wir uns nehmen könnten, dann könnte es sein, dass wir aus einem Mangelbewusstsein heraus schauen, beruhend auf der Annahme, dass wir voneinander getrennte Wesen sind. Ist es nicht so?
Wir trennen uns, gewissermaßen, vom Rest der Welt –  haben ja unseren eigenen Körper und unsere eigenen Gedanken, und sind sowieso sehr individuelle Wesen – wenn auch oberflächlich derzeit sehr gleichgestellt, wie es scheint. Vermutlich befinden wir uns in der Täter-Opfer-Haltung, anstatt in der des bewussten (Mit-)Schöpfers seiner Selbst und der eigenen Umwelt.

Doch übergehen wir für einen Moment die Überzeugung, dass hier jeder für sich allein steht, und fokusieren uns darauf, mal testweise in nahezu jedem Moment, was wir geben können, dann verbinden wir uns nicht nur wieder mehr mit unseren Mitmenschen, sondern in erster Linie auch mehr mit uns selbst. Denn, und davon bin ich sehr überzeugt, es steckt in jedem von uns ein unglaublich großes Potential, welches erkannt und ausgelebt werden will – und das in beinahe jedem Moment.

Anstatt zB. bei dem/den Menschen des Herzens danach zu trachten, was wir uns von ihm/ihnen erhoffen und versprechen –
also, welches Loch wir bei uns selber zu stopfen ersuchen, welche Mangel-Erscheinung wir befriedigen wollen – wäre es doch eine willkommene Abwechslung sich darauf zu konzentrieren, welches Lichtlein in uns selber leuchtet, und wie wir dies mit unserer Umwelt teilen könnten. Uns würde  mehr die eigene Quelle in uns bewusst werden, anstatt unsere Wenigkeit nach außen zu projezieren. Denn aus dem Blickwinkel des mit-Gestalters, statt des MitLeidenden, sind wir beinahe gezwungen dazu, in uns zu gehen und unsere Möglichkeiten und Fähigkeiten wahrzunehmen, die nur darauf warten, endlich (wieder) ins eigene Leben integriert zu werden. Die Motivation unserer Handlungen wäre mehr in uns Selbst verankert, anstatt irgendwo im Außen – in Form von Pflicht oder Verbot etc. – als sogenannter Trittbrettfahrer.

Wir würden mehr und mehr die komplette Verantwortung für uns und unser Tun übernehmen – durch und mit dem Prozess der Selbsterkenntnis und des SelbstBewusst-Werdens. Es gäbe keinen Raum mehr für Streitigkeiten über Recht und Unrecht, sondern einen echten Austausch über Hintergrund und daraus resultierenden Alternativen. Denn wenn ich einen neuen Aspekt an mir kennen lernen will, statt den alten bis auf’s Blut zu verteidigen, bin ich dem Außen gegenüber sehr viel offener, erbitte mir sogar Feedback und Anregungen, um meine Neugierde immer wieder aufs Neue stillen zu können. Eine FehlerFreundlichkeit stellt sich ein – die Angst davor, etwas falsch zu machen, verflüchtigt sich mit zunehmender Verfeinerung der SelbstAchtung und des SelbstVertrauens.

Ein Versuch ist es wert…

 

Herzlichst,
Matti Pauls

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