Der Geist ist stärker als die Gene

  Ist unser Geist einflussreicher, als wir es von unseren Genen behaupten?

bruce-lipton-lecture-horiz-300x137In seinem Vortrag: ¨Der Geist ist stärker als die Gene¨ veranschaulicht der Zellbiologe Dr. Bruce Harold Lipton sehr eindrucksvoll, was vorher eher nur in der Esoterik zu finden war: Er beweist anhand seiner Untersuchungen, dass unsere Überzeugungen nicht nur ein bisschen, sondern sogar erheblichen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit haben, was sich nachhaltig natürlich positiv auf die Qualität unseres gesamten Lebens auswirkt.

Seine Geschichte beginnt mit den grieschischen Philosophen Demokrit und Sokrates. Beide lebten zur selben Zeit und sie hatten eine differenzierte Sicht auf die Dinge. Demokrit gab in seinen Lehren an, dass es nur Atome gibt und dazwischen ist nichts. „Nur scheinbar hat ein Ding eine Farbe, nur scheinbar ist es süß oder bitter; in Wirklichkeit gibt es nur Atome im leeren Raum.“Sokrates hingegen gab an seine Schüler weiter, dass es neben den Atomen noch etwas gebe, was wir heute unter den Begriffen “Lebensenergie”, ¨Vitalkraft¨, ¨Chi¨ usw. kennen. Er lehrte, dass es neben der materialistischen Welt eine unabhängiges, unteilbares Perfektes, ein Ideal gibt. Wenn man sich einen Kreis vorstellt, dann kann er zu 100% perfekt sein. Wenn man nun jedoch versucht, diesen Kreis zu zeichnen, merken wir schnell, dass es neben der Perfektion der Vorstellung eine Welt gibt, die wir unsere Realität nennen, und in welcher wir den Kreis keinesfalls so tadellos zeichnen könnten.Sokrates sagt, dass der Materialismus, also unsere physische Realität sozusagen der ¨korrupte Schatten¨ des Ideals ist – ergo, dass wir in einer allzeit unperfekten Kopie unserer Vorstellung leben.

So sehr wir uns auch anstrengen, bemühen, beweisen, belehren und belesen, betrügen und betrinken… wir stellen in dieser Realität hier lediglich eine Tendenz dar, ausgerichtet auf unser perfektes Bild von uns selbst, jedoch kein fertiges Endprodukt, festgefahren im eigenen Matsch.

Nach Demokrit und Sokrates kamen da noch Isaac Newton mit ¨Das Univerum ist eine Maschine¨ – also Materie ohne Geist – und René Descartes mit ¨Cogito, ergo sum¨ – ¨Ich denke, bevor ich bin.¨, also die Materie mit innewohnendem Geist. Unsere ¨moderne¨ Schulmedizin hat es sich ausgesucht, sich ausschließlich mit der materiellen Sicht zufrieden zu geben, also die Newtonsche Sichtweise.

Wir sind also nur geistlose Atomhaufen??

Die Reise geht nun weiter zur Wissenschaftspyramide. Ganz unten steht die Mathematik, auf der alles aufbaut. Eine Stufe nach oben kommen wir zur Physik und noch eine weitere zur Chemie, gefolgt von der Biologie und oben auf, als Spitze der Pyramide, die Psychologie.

Nun gibt es in der Wissenschaft das Gesetz, dass wenn sich eine untere Ebene aufgrund aktueller Erkenntnisse verändert, müssen alle nachfolgenden Fachbereiche ihren Erkenntnisstand  anpassen und mit in die Praxis übernehmen.

Lipton erzählt uns, dass es nun mittlerweile die Fraktale Mathematik gibt. Zur materialistisch denkenden Physik hat sich seit 1926 die Quantenphysik ergänzt. Und zur Chemie die Elektrochemie. Was er jedoch vermisst, ist der Wandel in der Biologie, also unserer gegenwärtigen Medizin und der Psychologie.

 Wir kommunizieren durch Schwingung, seien es nun Schallwellen oder Druckwellen oder Lichtwellen oder…
oder nicht-physische Wellen.
Wir spüren Dinge, wir ahnen Möglichkeiten, wir finden zwischen den Zeilen…

Und laut der Zellbiologie verändern Schwingungen die Proteine unseres Körpers. Womit wir zur Epigenetik kommen.

Die Epigenetik sagt, dass das Umfeld der Zelle deren Schicksal bestimmt. Bedeutet, dass ein Signal, sei es eine Schwingung in jedweder Form, also letztlich eine (Selbst-)Be-stimmung, oder zB. ein Medikament, von außen auf das Protein einwirkt, und somit manipuliert.

Ein Protein mit Signal ist in Bewegung, sprich am Leben. Ein Protein ohne Signal steht still, ist dem Tod geweiht.  Krankheiten, welche auf einem Defekt im Protein zurück zu führen sind, also sogenannte Geburtsfehler, sind insgesamt in weniger als 5% der Fälle ausmachbar. Defekte im Signal, die restlichen 95% sind Traumata und Gifte, überwiegend jedoch – wer glaubts – unsere Gedanken.

Beinahe unsere komplette Gesundheit ist von unseren eigenen Überzeugungen abhängig.

Und wenn wir an dieser Stelle Management-Trainerin Vera F. Birkenbihl einbringen, dann betrifft dies nicht nur den Einfluss auf das Wohlbefinden unseres physischen Körpers, sondern auch auf das unseres emotionalen und geistigen.

Richten wir den Fokus, und sei es nur durch einen Gedanken, auf die Dinge, denen wir lieber aus dem Weg gehen wollen, dann verstärken wir diese Dinge ganz grundlegend durch unsere Aufmerksamkeit. Lenken wir unseren Fokus allerdings auf die gewünschte Alternative, so geben wir dieser anderen Möglichkeit Raum, sich mehr und mehr zu entfalten.

Das Signal bestimmt, laut Lipton, den Werdegang, also unser Geist unsere Gene – und nicht anderes herum, wie wir irrtümlich bislang glaubten.

Bewusstsein und Unterbewusstsein

Das Bewusstsein ist das, was wir einen aktiven Fokus auf etwas nennen. Also das, was wir bewusst wahr nehmen.
Unser Unterbewusstsein ist das, was wir nicht bewusst wahrnehmen. Wir denken dabei ans Autofahren – wir erinnern uns kaum an etwas vom Fahren, denn das macht unser Unterbewusstsein schon ganz automatisch und nimmt deswegen nichts Neues mehr auf, haben wir ja auch lange genug einprogrammiert.

 Bewusstsein und Unterbewusstsein liegen nun etwa im Verhältnis 5% zu 95%. Laut Lipton nehmen wir mit nur 40 Bits pro Sekunde unsere Umwelt bewusst wahr und unterbewusst mit 40 Millionen Bits pro Sekunde.

Das heisst, dass wenn wir eine Zeitung aufschlagen, unserer Unterbewusstsein schon jeden Buchstaben gescannt hat, noch bevor wir wirklich bewusst die erste Überschrift lesen können. Und ¨sticht¨ uns dann nach nur ein-zwei-drei Sekunden eine Überschrift ins Auge, so ist dies bereits das Endergebnis vom Unterbewusstsein: ¨Mit Diesem hier gibt es aus all den gesammelten Informationen die größte Übereinstimmung, habe hier deine Aufmerksamkeit, könnte interessant für dich sein!¨

Weiter gesponnen und mal ausgehholt heisst es also, dass Achtlosigkeit in unserem alltäglichen Hier und Jetzt unser Bewusstsein unwissend über den gegenwärtig laufenden Programmen hält.
Schalten wir also nicht bewusst in den zweiten Gang und betätigen wir nicht bewusst den Blinker und geben wir nicht bewusst Gas mit dem Fuß, so können wir im Nachhinein auch keine wahrheitsgetreuen Aussagen mehr darüber machen. Wie auch? Der Kopf braucht nix Neues abzuspeichern, das alte Programm hat sich doch bisher immer bewährt.

Nach Bruce Lipton gibt es drei Möglichkeiten, seine eigenen Programme zu verändern, statt sie immer und immer wieder, wie eine aufgenommene Kasette, unreflektiert abzuspielen. Achtsamkeit, klinische Hypnotherapie und Energiepsychologie.

Und allein die Achtsamkeit in unserem Leben, uns und unserer Umwelt gegenüber, ist ein sehr effektiver Weg, die Kasette mit den Programmen neu zu bespielen.

Lipton sagt noch, dass sich das Verhältnis Bewusstsein und Unterbewusstsein, also die etwa 5% zu 95% nicht verändern werden, ganz gleich wie achtsam und bewusst man lebt. Doch kann das Unterbewusstsein reflektiert und Stück für Stück dem eigenen Wesen entsprechend neu programmiert werden – Programme, die unsere Herzen berühren.

Achtsamkeit ist ein aufmerksames Beobachten, ein Gewahrsein,
das völlig frei von Motiven oder Wünschen ist,
ein Beobachten ohne jegliche Interpretation oder Verzerrung.

Jiddu Krishnamurti

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